Immobilien Blog für Heidelberg und die Region

Zurück

Steuern: Bildung von Wohneigentum wirkt Ungleichheit entgegen, wird aber durch hohe Grunderwerbsteuer gebremst

Sowohl im Vergleich mit anderen europäischen Ländern als auch historisch ist Deutschland ein Land der Mieter. Das muss für den Staat insgesamt zwar nicht nachteilig sein, argumentiert das Instituts der deutschen Wirtschaft, hat aber gravierende Nachteile für die einzelnen Bürger.

Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg erläutert: „Gegen eine hohe Mietquote spricht, dass Mietern der Vermögensaufbau nicht so leicht gelingt wie Immobilieneigentümern. Eine höhere Wohneigentumsquote in Deutschland würde überdies die Altersvorsorge stärken, die Vermögensverteilung positiv beeinflussen und der Ungleichheit entgegen wirken.“

Obwohl aus diesen Gründen alles dafür spricht, Wohneigentum zu bilden, ist die Wohneigentumsquote in den vergangenen Jahren trotz bester Erwerbsbedingungen kaum gestiegen. Wohnen im Eigentum ist auf lange Sicht gesehen trotz der zuletzt stark gestiegenen Immobilienpreise gegenüber dem Wohnen zur Miete immer noch günstiger. Der Grund dafür sind die äußerst niedrigen Zinsen. Zwar werden die Zinsen irgendwann wieder steigen, doch die Anpassung wird langsam erfolgen, und Erwerber können sich die niedrigen Zinsen mit einer guten Finanzierung auf lange Zeit sichern.

Warum diese guten Gründe bisher kaum zu mehr Wohneigentum geführt haben, liegt an den extrem hohen Erwerbsnebenkosten in Deutschland, sagt Michael Fehr. Den größten Batzen macht dabei die Grunderwerbsteuer aus. Dass es auch anders geht, zeigen beispielhaft Großbritannien und die Niederlande, wo an Stelle einer einheitlichen Besteuerung Freibeträge und abgestufte Steuersätze dafür sorgen, dass Erwerber von Immobilien zur Selbstnutzung entlastet werden. Eine Änderung des Steuergesetzes in Deutschland würde die Eigentumsbildung für Haushalte mit mittleren Einkommen erleichtern.


Über den Autor