Immobilien Blog für Heidelberg und die Region

Zurück

Baugenehmigungszahlen weiterhin zu niedrig

„Die Baugenehmigungszahlen sind so etwas wie ein Trendbarometer. Sie ermöglichen eine Vorschau auf die Bautätigkeit und die Entwicklung der Immobilienwirtschaft in der Zukunft“, erläutert Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg.

Die aktuellen Zahlen und die der vergangenen Monate weisen ein dickes Minus aus, das bis zum Ende des Jahres nicht mehr ausgeglichen werden kann. „Das ist keine wünschenswerte Entwicklung“, ergänzt Michael Fehr. „Politiker und Aktive der Wohnungswirtschaft hatten gehofft, dass sich der Engpass bei Wohnungen in den Großstädten durch eine rege Bautätigkeit beheben lassen würde.“ 2015 und 2016 sah es auch ganz danach aus, als ob das in den nächsten Jahren gelingen könnte. Das wäre der Fall, wenn jedes Jahr rund 400.000 neue Wohnungen entstehen würden, darüber sind sich die führenden Institute einig. Im Jahr 2015 wurden in Deutschland zwar nur 247.700 Wohnungen fertiggestellt, 2016 waren es immerhin schon 277.700 Wohnungen und damit 12,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Hoffnung auf einen weiteren Aufschwung hat sich jetzt zerschlagen.

Insgesamt wurden in Deutschland von Januar bis September 2017 rund 19.500 bzw. 7,0 Prozent weniger Baugenehmigungen von Wohnungen erteilt als im Vergleichszeitraum 2016. Das waren im ersten Dreivierteljahr insgesamt 256.800 Wohnungen. 2016 waren es in diesem Zeitraum aber bereits 276.297 Wohnungen.

Bei der differenzierten Betrachtung ergeben sich dann noch Besonderheiten: Die Zahl der Baugenehmigungen hat in den ersten neun Monaten 2017 zwar insgesamt abgenommen, aber gegen den allgemeinen Trend nahmen die Genehmigungen von Wohnungen in Mehrfamilienhäusern immerhin noch um 0,9 Prozent zu. Damit erreichte die Anzahl genehmigter Wohnungen in Mehrfamilienhäusern den höchsten Wert von Januar bis September seit zwanzig Jahren. „Das jedenfalls lässt hoffen“, sagt Michael Fehr. „Allerdings wird uns der Wohnungsengpass vorerst erhalten bleiben, was  weitere Preis- und Mietsteigerungen nach sich ziehen kann.“


Über den Autor