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Wohnen: Eigentümer europaweit zufriedener als Mieter

„Das Ergebnis einer Umfrage unter 13.000 Verbrauchern überrascht nicht: Leben im Eigentum ist in ganz Europa zufriedenstellender als Wohnen zur Miete“, erklärt Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg.

Das trifft auch auf Deutschland zu. Doch gleichzeitig bildet Deutschland eine Ausnahme. In der Umfrage wurden Mieter befragt, ob sie lieber im Eigentum wohnen und Eigentümer, ob sie lieber zur Miete wohnen würden. Europas Mieter antworteten übereinstimmend zu rund 60 Prozent: „Ich miete, wäre aber gerne Eigentümer“.

In Deutschland ist das anders, hierzulande stimmt mit 51 Prozent nur eine knappe Mehrheit dieser Aussage zu. Das mag zum Teil daran liegen, dass 56 Prozent der Deutschen davon ausgehen, dass sie sich kein Wohneigentum leisten können. Gemeinsam mit Großbritannien liegt dieser Wert an der Spitze der Umfrageländer.

Eine weitere Besonderheit in Deutschland ist der hohe Anteil der Mieter. Während laut Institut für Städtebau in Spanien rund 85 Prozent der Haushalte Wohneigentum besitzen, in Italien, Norwegen und Polen 77 Prozent und in Portugal 76 Prozent, sind es in Deutschland nur 46 Prozent. Ein Grund dafür ist der – sogar in angespannten Zeiten – funktionierende Mietmarkt in Verbindung mit einer Mietgesetzgebung, die seit Jahrzehnten für den Ausgleich der Interessen von Mietern und Vermietern eintritt. Das ist längst nicht in allen europäischen Ländern so. Erstaunlich bleibt, dass die Deutschen nicht etwa deshalb zur Miete wohnen, weil es bequem ist, wenn sich der Vermieter um das Haus kümmert, oder weil Mieten mehr Flexibilität verspricht, sondern weil sie glauben, sich kein Eigentum leisten zu können. Dabei ist laut Forschungsinstitut empirica „die durchschnittliche Kreditbelastung beim Kauf einer Eigentumswohnung in den letzten 25 Jahren enorm gesunken und liegt nunmehr verbreitet sogar unter der durchschnittlichen Mietbelastung“. 


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