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Hohe Baulandpreise verteuern den Wohnungsbau übermäßig

„Es müsste viel mehr gebaut werden, wenn man nicht will, dass die Mieten und Immobilienpreise in den attraktiven Städten weiterhin explodieren. Bundesweit fehlen rund eine Million Wohnungen“, erklärt Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg. Doch wer bauen will, braucht Bauland, und das ist knapp und teuer.

Zwischen 2011 und 2016 sind die durchschnittlichen Baulandpreise für die Eigenheimbebauung deutschlandweit um 27 Prozent von 129 Euro pro Quadratmeter auf 164 Euro gestiegen. In den Großstädten verteuerte sich der Quadratmeter Bauland um 33 Prozent − von gut 250 Euro im Jahr 2011 auf knapp 350 Euro im Jahr 2016. Dieser Umstand verteuert nicht nur Wohnimmobilien deutlich, sondern bremst auch den bezahlbaren Mietwohnungsbau, lautet das Ergebnis einer Auswertung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR).

Während in den städtischen Kreisen die Verkäufe von Grundstücken für die Eigenheimbebauung zwischen 2011 und 2016 recht stabil blieben, gingen sie in den Großstädten um 30 Prozent zurück. Die ländlichen Kreise verzeichneten im selben Zeitraum einen Zuwachs von knapp 15 Prozent. Immer mehr Käufer suchen nach Alternativen im Umland.

Der Grundstücksanteil an den Erstellungskosten für den Neubau lag in der Vergangenheit bei rund 15 bis 20 Prozent. Investoren gehen heute je nach Lage von über 40 Prozent aus. In den großen Städten – Berlin, Hamburg, Frankfurt oder München – ist Bauland Mangelware.

Institutionelle Anleger in Deutschland wünschen sich eine vereinfachte Ausweisung von Bauland in den städtischen Gebieten und eine forcierte Förderung des sozialen Mietwohnungsbaus. Heidelberg gehört beim Wohnen zu den bundesweit teuersten Städten. Die Stadt hat ein Wohnungsentwicklungsprogramm aufgelegt und fortgeschrieben, das Wohnraum für alle Generationen schaffen soll. 


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